Therapiemöglichkeiten bei Zahnfrakturen

12. Januar 2014
DGT

Zahnfrakturen bei Hund und Katze sind ein sehr häufig auftretendes Krankheitsbild und führen in fast allen Fällen zur Entzündung der Pulpa. Bei Eröffnung der Pulpa entwickelt sich immer eine Pulpitis, die unversorgt im Untergang der Pulpa endet.
Eine Wurzelbehandlung ist die einzige Option zur Erhaltung eines Zahnes mit irreversibel geschädigter Pulpa, die bei älteren Frakturen immer vorliegt. Der Erfolg einer Wurzelbehandlung ist abhängig von ihrer korrekten Indikationsstellung und Durchführung. Einer Wurzelbehandlung schließt sich das Legen einer Deckfüllung in die Kavität oder die Anfertigung einer Krone an.

Die folgenden Aspekte sollen zur Orientierung des behandelnden Tierarztes dienen und Behandlungsentscheidungen erleichtern.

  1. Liegt eine irreversible Schädigung der Pulpa vor, handelt es sich um eine absolute Behandlungsindikation. Behandlungsoptionen sind eine Wurzelbehandlung zur Erhaltung des Zahnes oder die Extraktion des Zahnes.
  2. Kontraindikation zur Wurzelbehandlung besteht bei mangelnder Erhaltungsfähigkeit eines Zahnes, z. B. bei ausgeweiteter Parodontitis, ungünstigem Frakturverlauf oder ausgedehnten Wurzelresorptionen.
  3. Vor Beginn einer Wurzelbehandlung muss ein Röntgenbild des Zahnes erstellt werden, um die Erhaltungsfähigkeit zu objektivieren und Informationen über Anzahl, Morphologie und ggf. pathologischer Veränderungen der Wurzeln zu erhalten.
  4. Die Wurzelkanalaufbereitung umfasst die vollständige Entfernung des Pulpagewebes bis zum endodontischen Apex, die Keimreduktion mittels desinfizierender Maßnahmen sowie die Ausformung des Wurzelkanalsystems mit geeigneten Wurzelkanalinstrumenten zur Aufnahme der Wurzelfüllung.
  5. Die Wurzelkanalfüllung muss bis zum endodontischen Apex reichen, die ausreichende Länge muss neben ihrer Dichtigkeit (Homogenität, Randständigkeit) durch ein Röntgenbild objektiviert werden. Eine röntgenologische Kontrollaufnahme nach 6-12 Monaten ist zu empfehlen.